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Der Wert der Assistenz in der Coloskopie (Studie)

Im März 2018 wurde im Journal „Colorectal Disease“ des Springer Verlags eine randomisierte Studie veröffentlicht, in der Unterschiede in der Detektionsrate von Polypen oder Adenomen im Rahmen von Coloskopien, die entweder mit oder ohne „erfahrene“ Endoskopie-Assistenz durchgeführt wurden.

291 Untersuchungen wurden ohne „erfahrene“ Assistenz durchgeführt, d.h. nur der Arzt/die Ärztin selbst suchte nach Polypen/ Adenomen während bei 296 Untersuchungen zusätzlich eine „erfahrene“ Endoskopie-Assistenz nach Polypen/ Adenomen suchte, also quasi ein „4-Augen-Prinzip“ angewandt wurde.

Bei der ersten Gruppe lag die Polypendetektionsrate bei 33% und die Adenomdetektionsrate bei 23%. Bei der zweiten Gruppe („4-AugenPrinzip“) lag die Polypendetektionsrate bei 41,9% und die Adenomdetektionsrate bei 30,4%.

Daraus lässt sich schließen, dass vier „erfahrene“ Augen mehr sehen als zwei. Eine „erfahrene“ Endoskopie-Assistenz kann somit einen wesentlichen Beitrag zur Entdeckungsrate von Polypen bzw. Adenomen leisten.

Ich persönlich finde diese Studie sehr interessant, jedoch ergeben sich für mich Fragen, die noch näher beleuchtet werden sollten:

Ab wann gilt eine Endoskopie-Assistenz als erfahren genug um wirklich einen wesentlichen Beitrag zur Entdeckungsrate beizutragen? Sollte dieser Aspekt in unserer Ausbildung bzw. im Rahmen der Einschulung berücksichtigt werden?

Würde auch eine unerfahrene Assistenz etwas zur Entdeckungsrate beitragen? Einfach weil mehr Augen mehr sehen?

Wie sollte das Verhältnis zwischen lernenden Ärzten und lernenden Assistenzen gehandhabt werden? Ist es sinnvoll, immer erfahrene Assistenzen mit auszubildenden Ärzten zusammenarbeiten zu lassen, um dadurch eine suffiziente Polypen/Adenom Entdeckungsrate zu gewährleisten?

Die positive Take-Home-Message der Studie ist für mich, dass eine erfahrene Endoskopie-Assistenz zu einer höheren Polypen/ Adenom Detektionsrate führt und somit maßgeblich zur Qualität einer Coloskopie beitragen kann!