Medizintechnik

CED und Covid-19

Janssen Cilag Pharma informiert

Wichtige Vorabinformation: Dieser Text ist ein Auszug aus der Ende Dezember erscheinenden Informationsbroschüre „Information für Patientinnen und Patienten: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen & Covid-19“. Die Broschüre kann nach Erscheinen von der Firma Janssen bezogen werden. Die Textformulierung richtet sich direkt an PatientInnen.

CED-Betroffene ≠RisikopatientInnen

Täglich wird in den Medien über die Risikogruppen für Covid-19 berichtet. In diesen Berichten ist neben älteren Menschen vor allem von Personen mit chronischen Erkrankungen die Rede. Nachdem CED eine chronische Erkrankung ist, heißt das nun, dass Sie als Betroffene/-r von CED davon ausgehen müssen, ein erhöhtes Risiko für eine Covid-19- Infektion und einen schweren Verlauf zu haben? Darauf gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine eindeutige Antwort. Daten aus Spanien zeigen jedenfalls, dass das Risiko für CED-Betroffene, an Covid-19 zu erkranken, nicht höher, sondern um ein Viertel niedriger war als in der Durchschnittsbevölkerung.1

Grundsätzlich gilt:

Nur weil jemand an einer CED leidet, heißt das weder, dass der- oder diejenige ein erhöhtes Risiko hat, an Covid-19 zu erkranken, noch im Fall einer Erkrankung, einen schweren Krankheitsverlauf zu haben.2

Aber:
CED-Betroffene, die

› sich gerade einer hohen Kortisontherapie unterziehen,
› eine hohe Krankheitsaktivität (Schub) haben oder
› aufgrund ihrer CED eine Mangelernährung aufweisen

haben ein erhöhtes Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken. Das bedeutet, dass Sie entsprechende Vorkehrungen zum Schutz vor einer Ansteckung treffen sollten. Ein Schub beziehungsweise eine

Mangelernährung sind auch Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19, ebenso wie bestimmte Medikamente, die bei CED eingesetzt werden.2 Eine moderate bis schwere Krankheitsaktivität führt zu einem fast doppelten Risiko für einen schweren Verlauf.3

Die weiteren Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19 sind ähnlich wie in der Durchschnittsbevölkerung:

› Alter ab 60 Jahre
› Weitere Erkrankungen (z.B. Herz, Lunge, Diabetes)3

Gut eingestellte Therapie doppelt wichtig

Eine gut eingestellte CED-Therapie ist in Zeiten von Covid-19 besonders wichtig. Denn: Sie verringern dadurch Ihr Risiko für einen Schub und damit auch für eine Covid-19-Infektion beziehungsweise einen schweren Verlauf, falls es zu einer Infektion kommt.

Es stimmt, dass manche Medikamente das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 erhöhen. Dazu gehören die Substanzklassen 5-ASA/Sulfasalazine und vor allem systemische Steroide (Kortison).4 Die meisten Expert(inn)en empfehlen daher eine Vermeidung oder zumindest eine Dosisreduktion bei Kortisontherapien, wenn dies möglich ist.5

Gleichzeitig dürften Biologika, wenn sie als alleinige Therapie gegeben werden, zu einem geringeren Risiko für schwere Verläufe führen.3

Änderungen in der CED-Therapie können auch notwendig sein, wenn Sie an Covid-19 erkranken sollten. Immunsupprimierende Medikamente werden dann eventuell vorübergehend abgesetzt, um eine bessere Antikörperentwicklung gegen Covid-19 zu ermöglichen.6

Sollte die Gabe von Biologika in die Zeit einer Covid-19-Erkrankung fallen, könnte diese eventuell auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.5 Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen Sie jedoch unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Gut zu wissen:

Im Fall eines akuten Schubs wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie während der Pandemie – wenn möglich – mit einem Biologikum mit einem raschen Wirkeintritt und nicht mit einem systemischen Steroid (Kortison) behandeln.5

Referenzen: 

1. Taxonera C, Alba C, Editorial: social distancing during the COVID-19 pandemic – IBD patients cannot stay home forever. Authors’ reply. Aliment Pharmacol Ther. 2020;52:719–720.

2. https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/infektionskrankheitenimpfen/ced-patientin-risikogruppe-coronavirus/, zuletzt abgerufen am 18.11.2020

3. Brenner EJ, Ungaro RC, Colombel JF, Kappelman MD. SECURE-IBD Database Public Data Update. covidibd.org. Accessed on 11/18/20.

4.  Brenner EJ, Ungaro RC, Gearry RB, Kaplan GG, Kissous-Hunt M, Lewis JD, Ng SC, Rahier JF,  Reinisch W, Ruemmele FM, Steinwurz F, Underwood FE, Zhang X, Colombel JF, Kappelman MD. Corticosteroids, But Not TNF Antagonists, Are Associated With Adverse COVID-19 Outcomes in Patients With Inflammatory Bowel Diseases: Results From an International Registry. Gastroenterology. 2020 Aug;159(2):481-491.e3.

5. Stallmach et al. Addendum zu den S3-Leitlinien Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Betreuung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in der COVID-19-Pandemie – offene Fragen und Antworten [Addendum to S3-Guidelines Crohn‘s disease and ulcerative colitis: Management of Patients with Inflammatory Bowel Disease in the COVID-19 Pandemic – open questions and answers]. Zeitschrift für Gastroenterologie 2020, 58(7), 672–692.

AT_ CP-200572_16Dec2020