| Kolonkarzinom Prof. P. Knoflach Wels 16. Juni 2000, Kongresszentrum Alpbach im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung "Darmerkrankungen" |
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| Das kolorektale Karzinom steht bei
den bösartigen Erkrankungen in Österreich neben dem Lungenkrebs an vorderster Front,
sowohl was die Häufigkeit als auch die Sterblichkeit betrifft. Das sog. Lebenszeitrisiko
(d.h. für die ganze Lebenszeit) eines Österreichers, an einem kolorektalen Karzinorn zu
erkranken, beträgt 6 %, die überwiegende Zahl der Karzinome tritt nach dem 50.
Lebensjahr auf. Neben dem Lebensalter werden fett und fleischreiche, ballaststoffarrne
Ernährung, Übergewicht und Bewegungsarmut als allgemeine Risikofaktoren angesehen.
Besondere Risikogruppcn stellen Menschen mit Kolonkarzinomen in der Verwandtschaft und
Patienten mit Dickdarmpolypen dar. Nachdem sich die meisten Dickdarmkarzinome aus
adenomatösen Polypen bilden - sog. Adenom-Karzinom-Sequenz -, ist deren endoskopische
Entfernung die wirksamste Krebsprophylaxe. Als seltene Krankheiten gibt es vererbliche
Formen von Dickdarmkrebs wie die familiäre adenomatöse Potypose (FAP) oder das
hereditäre Non-Polyposis-coli-Karzinom (HNPCC). Früherkennung, am besten mit der Coloskopie, wird heute ab dem 50. Lebensjahr, bei Risikopatienten entsprechend früher, empfohlen. Der Test doe Stuhles auf verborgenes Blut kann unterstützend eingesetzt werden. Symptome entwickeln sich erst nach Jahren langsamen, und daher meist asymptomatischen Wachstums: es sind dies Änderung der Stuhlgewohnheiten, Blut beim Stuhl und abdominelle Schmerzen. Bei Entwicklung einer Anämie kommen Müdigkeit, bei fortgeschrittenen Stadien Gewichtsverlust und die Symptome der Lebermetastasierung (z.B. Schrnerzen, Ikterus) dazu. Zur Diagnostik gehören neben der klinischen incl. rektal digitaler Untersuchung die Coloskopie mit Biopsie, ev. Irrgoskopie bei endoskopisch nicht passierbaren Tumoren. Ergänzend kommen präoperativ zur Abschätzung des Tumorstadiums, sog. Staging, Ultraschall, Thoraxröntgen, Endosonographie u.a. dazu. Für den Tumormarker CEA soll ein Ausgangswert erhoben werden.
Bei der Operation wird eine Entfernung im Gesunden incl. des gesamten
Lymphabstromgebietes angestrebt, daraus ergeben sich ausgedehnte Resektionen, wie z.B. die
erweiterte Hemicolektomie rechts beim Karzinom der rechten Kolonflexur, dabei wird das
gesamte rechtsseitige Colon und das Colon transversum entfernt, was - nebenbei - für den
Patienten mit Ausnahme breiiger etwas häufigerer Stühle in der postoperativen Phase
keine Nachteile bringt. Die chirurgische Technik ist abgesehen vom Tumorstadium der
wichtigste Einflußfaktor für die Prognose (z.B. sog. No-touchTechnik, mesorektale
Resektion). Beim Rektumkarzinom wird möglichst eine kontinenzerhaltende Resektion
angestrebt. Ermöglicht wird dies in manchen Fällen durch eine präoperative
Strahlen-/Chemotherapie, die in gewissen Stadien des Rektumkarzinoms zurn Standard
geworden ist. |